Nebenwirkungen von Johanniskraut

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Pflanzliche Präparate mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) sind generell recht gut verträglich. Dennoch sind einige Nebenwirkungen bekannt. Dazu gehören

  • Müdigkeit,
  • Unruhe,
  • Schwindel,
  • Magen-Darm-Probleme.

Tierversuche haben außerdem gezeigt, dass die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht steigt. Man spricht hierbei von der sogenannten Fotosensibilisierung. In besonders schweren Fällen kann es zu verbrennungsähnlichen Hautschäden kommen. Bei Menschen wurde diese Nebenwirkung jedoch nur sehr selten festgestellt. Dennoch empfehlen Mediziner hellhäutigen Menschen, dass sie während der Medikation mit Johanniskraut-Präparaten einen UV Schutz auf die empfindlichen Hautstellen auftragen.

Johanniskraut und Müdigkeit

Müdigkeit ist ein völlig typischer, menschlicher Normalzustand und für sich genommen keine Krankheit. Doch wenn ein Mensch dauerhaft müde ist, können körperliche oder seelische Stresssituationen dahinterstecken. Nicht zuletzt führt zu wenig Schlaf zu andauernder Müdigkeit. Wer sich allerdings schlapp und müde fühlt, ohne dass er sich angestrengt oder zu wenig geschlafen hat, der leidet unter Müdigkeit ganz besonders stark. Aus Müdigkeit wird schnell Abgeschlagenheit und eine tiefe Erschöpfung.

Wer müde ist, der fühlt sich nicht nur antriebslos und emotional beeinträchtigt, sondern er ist auch in kognitiver Hinsicht eingeschränkt. Die Leistungen im Beruf fallen ab. Wer während der Einnahme von Johanniskrautextrakten unter solch starken Symptomen mit Neigung zu Abgeschlagenheit und Erschöpfung neigt, sollte dies unbedingt mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Schlaf soll der Erholung dienen und er ist unabdingbar, um das Immunsystem zu stärken. Wenn der Schlaf nicht mehr ausreicht, um sich wach, fit und ausgeruht zu fühlen, dann ist es ratsam, die Medikation auch dahingehend zu überprüfen.

Johanniskraut und Unruhe

Für gewöhnlich führen Schlafmangel, ein zu hoher Konsum von Koffein, durchgängige Lärmbelästigung oder Prüfungsstress dazu, dass Menschen unter innerer Unruhe leiden. Ein Gefühl von Nervosität breitet sich aus. Manchmal kann auch eine körperliche Ursache hinter der Unruhe stecken. Eine Überfunktion der Schilddrüse, Bluthochdruck, Unterzuckerung oder ein Sonnenstich können genauso Grund sein, wie eine Leberzirrhose. Unruhe und Nervosität drückt sich darin aus, dass die natürliche Gelassenheit verloren geht. Oft gehen körperliche Symptome mit der Unruhe einher:

  • die Hände zittern,
  • das Herz rast,
  • der Schweiß bricht aus,
  • die Augen und die Muskeln zucken,
  • die Konzentration flacht ab,
  • ein Gefühl von Unsicherheit und Angst stellt sich ein.

Eine Möglichkeit gegen die innere Unruhe anzukämpfen ist, diese mit einfachen Maßnahmen zu behandeln. Dazu gehören Entspannungstechniken, viel Bewegung an der frischen Luft, Saunagänge, Massagen und Entspannungsbäder. Wer Nervosität und Unruhe damit nicht in den Griff bekommt und denkt, dass es von der Einnahme von Johanniskraut Präparaten herrührt, der sollte den behandelnden Arzt ansprechen.

Johanniskraut und Schwindel

Schwindel, auch Vertigo genannt, vermittelt den Eindruck, dass die räumliche Orientierung nicht mehr richtig funktioniert. Das Gleichgewichtsgefühl ist nachhaltig gestört. Menschen, denen schwindelig ist, haben das Gefühl, dass sich der Raum dreht oder der eigene Körper schwankt. Ein Schwindelgefühl kann mehrere Ursachen haben. Unerwartete Sinnesreize wie zum Beispiel schnelles Fahren oder schnelles Aufsteigen, seelische Belastungen oder auch körperliche Störungen können ein Schwindelgefühl auslösen. Häufig kommen mit dem Schwindel auch Kopfschmerzen und Nackenprobleme. Menschen, denen schwindelig ist, nehmen Scheinbewegungen wahr. Das führt zu Unsicherheiten beim Gehen. Manche Personen klagen über Übelkeit und Brechreiz, Ohrensausen und zitternde Augenlider. Diese Symptome können sich in Extremfällen auch chronisch entwickeln. Generell gibt es unterschiedliche Formen von Schwindel:

  • Attackendrehschwindel: Hierbei wird einer Person plötzlich ganz stark schwindelig, wobei das Schwindelgefühl nur Sekunden oder wenige Minuten andauert. Einher mit dem Schwindel geht ein starkes Gefühl des Drehens verbunden mit Fallneigung und Übelkeit.
  • Anhaltender Drehschwindel: Das Schwindelgefühl zieht sich über Stunden oder Tage und ist gepaart mit Fallneigung, Augenzittern, Übelkeit und Erbrechen.
  • Lagerungsschwindel: Dieser Schwindel entsteht, wenn Menschen den Kopf seitlich neigen. Die Schwindelart ist sehr häufig.
  • Schwankschwindel: Dieser Schwindel tritt beim Stehen oder Gehen auf und führt zum Stolpern und gesteigerter Fallneigung. Nur selten kommen Übelkeit und Erbrechen dazu.

Auch im Fall von Schwindelgefühl gilt: Wenn sie sich in Verbindung mit der Einnahme von Johanniskraut Präparaten einstellen und gehäuft auftreten, ist unbedingt Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Wechselwirkung mit anderen Präparaten

Johanniskraut-Extrakte hemmen, ähnlich wie synthetisch hergestellte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die Rücknahme des Botenstoffs Serotonin in die Zelle. Das wirkt sich erhellend auf die Stimmung auf. Johanniskraut verträgt sich allerdings mit einer Reihe von anderen Medikamenten nicht und außerdem beschleunigt das Johanniskraut den Stoffwechsel bei bestimmten Medikamenten.

Taiwanische Forscher (Hsiang-Wen Lin nebst Kollegen von der taiwanischen China Medical Universitiy in Taichung) sammelten verfügbare Literatur zum Thema Phytopharmaka und Wechselwirkungen. Sie wollten das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen einschätzen. Ihre Studie ist als Übersichtsarbeit angelegt und fasst bereits publizierte wissenschaftliche Ergebnisse zusammen.  Veröffentlicht wurde sie im International Journal of Clinical Practice. Die Studie besagt, dass pflanzliche Heilmittel mit über 500 Wirkstoffen interagieren könnten und brachte ans Licht, dass Johanniskraut, Magnesium, Kalzium, Eisen und Gingko am häufigsten Wechselwirkungen generieren. Die Medikamente, mit denen die Wechselwirkungen am häufigsten entstehen, sind

  • das Blutverdünnungsmittel Warfarin,
  • Insulin,
  • Acetylsalicylsäure,
  • Digoxin
  • und Ticlopidin.

(Quelle: Artikel von Dennis Ballwieser auf spiegel.de)

Hypericum sorgt für den schnellen Abbau von Wirkstoffen

Johanniskraut kann im Zusammenspiel mit Digoxin die Konzentration des Medikaments im Blut um ein Drittel senken. Auch beim Blutfettsenker Simvastatin fanden Wissenschaftler heraus, dass in Verbindung mit Hypericum nach Ablauf der üblichen Wirkungszeit nur noch knapp die Hälfte des Mittels im Blut zu finden ist. Das bedeutet, dass der Abbau der Wirkstoffe doppelt so schnell erfolgt, als wenn der Patient keine Johanniskrautpräparate einnimmt.

Omeprazol, ein Magenschutzmittel, das in Zusammenhang mit Sodbrennen Anwendung findet, kann unter Umständen seine Wirkung komplett verlieren. Diabetiker, die das Medikament Gliclazids benutzen, sollten ebenfalls den Arzt bezüglich der Wechselwirkungen konsultieren. Auch Medikamente gegen Krebs und zur Versorgung von HIV-positiven-Patienten können in Kombination mit Hypericum deutlich an Wirkung verlieren.

Tödliche Konsequenzen für Organspendenempfänger

Besonders kritisch ist das Potenzial zur Wechselwirkung bei Patienten mit transplantierten Organen. Diese Menschen können nur dann überleben, wenn die Medikamente ihre volle Wirkung entfalten. Wer Cyclosporin oder Tacrolimus einnimmt, um das Immunsystem zu kontrollieren, damit das gespendete Organ nicht abgestoßen wird, sollte keinesfalls Johanniskraut oder andere Phytopharmaka einnehmen - auch wenn sie nicht verschreibungspflichtig sind. Zu hoch ist das Risiko, dass etwas schief geht. Der pharmazeutische Chemiker Matthias Unger von der Universität Würzburg sagt: „Das endet in ca. 30 % der Fälle tödlich.“

Der Grund für die verheerende Wechselwirkung liegt in der Kombination der wirksamen Bestandteile von Johanniskrautextrakten mit den Enzymen, die in vielen Medikamenten vorkommen. Johanniskraut ist in der Lage, die Aktivität dieser Enzyme zu erhöhen. Das bedeutet, dass die Konzentration der wirksamen Bestandteile der Medikamente im Blut vom Körper schneller abgebaut und umgebaut werden können. Die Folge ist, dass weder die Dosierung stimmt, noch der Einnahmerhythmus passt. Wenn ein Patient die Arznei unter Einfluss von Hypericum wie üblich einmal täglich einnimmt, dann wird der Wirkstoff des Medikaments erheblich schneller abgebaut. Das Ergebnis ist, dass das Medikament kaum noch wirkt.

Spitzenreiter bei Wechselwirkungen: Hypericum

Unger sagt weiter: „Viele Studien schließen von Laborergebnissen auf Wechselwirkungen im Menschen, das ist aber nicht zulässig. Von Gingko oder Mariendistel zum Beispiel gehen in den üblichen Dosierungen keine Gefahren aus.“ Die Wechselwirkungen in Verbindung mit Hypericum wurden jedoch in fast allen geprüften Studien festgestellt, die mit einer Tagesdosis von 600-900 mg Johanniskrautextrakt arbeiteten. Das ist eine durchaus übliche Menge. Johanniskraut führt die Liste der Wechselwirkungen von Phytopharmaka mit Medikamenten unangefochten an.

Laut Unger gibt es allerdings zu einer verhältnismäßig bekannten Wechselwirkung von Johanniskraut kaum Belege durch wissenschaftliche Studien oder Untersuchungen. Man sagt, dass die Anti-Baby-Pille ihre Wirksamkeit verliert, wenn gleichzeitig Johanniskrautpräparate eingenommen werden. Zwar ist diese Annahme eine reine Vermutung, doch empfehlenswert ist es, wenn Betroffene sich zusätzlich mit anderen Methoden vor einer Schwangerschaft schützen.

Hinweis:
johanniskraut-wirkung.de

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